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G'schicht von de Kräuterweible

Wenn ma jetzt moint, dia Bohle häbet außer dr Fasnet, s’Johr über a Ruah gea, der hot se schwer täuscht. Der Fluach vo dera rabagsichtiga, alta Zigeunere, wo sellig’s Mol dia geizige ond schtolze Baurabuaba troffa häb, hot dia Ellwanger Leut no etliche Johr omtrieba.

B’sonders dia jonge, schöne Föhla, se send inzwischa allerdings scho en d’Johr komma, ond em Gsicht ond am Hals, me hot ma jo domols noit zoigt, a bißle ronzlig wora, dia hont ihre versauberte Schätzla it vergessa kenna, au wenn a manche noch ma Ersatz gucket hot.

Aber etliche seiet standhaft blieba, also sogenannte „Singles“, so verzöhlt Beasabenders Fena, ond isch ganz schtolz, daß se en dera „Terminologie“ der heutiga Zeit it ganz hinta da blieba isch.

Jo, grad dia oizecht bliebene Weiber seiet dia Johr noch em Verschwenda von ihre Burscho bsonders fleißig en Bawald zum Beera ond Kräuter brocka ganga. No heut wird a bitzle hinterfotzig g’monklet, domols häb’s die gröschte Beera ond dia feinschte Kräuter gea.... I glaub’s jo it; aber wenn d’Weiber ebbes em Grind hond, ging’s selbscht ohne Beera ond Kräuter. Dia bsondere Gabe Gottes, mit dera s’weibliche Gschlecht bedacht worra isch, nämlich a fascht unstillbare Neugier, hot’s emmer öfter ond emmer tiafer en dean „Bannwald“ nei trieba ond send emmer meh onder dean Zauber ond geheimnisvolla Einfluß vo deane Bohle komma.

D’Fena moint, on neamed wiß besser wia dia, daß dr Zauber vo dera Zigeunere heit no em Bawald wirka däb. Sie däb nia alloi, bloß, mit ihrem Ma, durelaufa. Ihra bösa Nochbere, d’Vef, moint, sie solls doch alloi brobiera, no häb ihra Ma vielleicht au sei Freud. D’Leut kennet doch überlsinnig sei...

Uf alle Fäll, s’isch wia bei deane Mannsbilder gwea, dia „fleißige“ Weiber send nemme hoimkomma; wia vom Erdboda verschwonda. Bloß oina, wir behautet, oina sei zruckkomma, total dera Zigeuner-Magie ausgliefert... nemme ganz reacht em Oberstüble. Noch deam Zauber gfroget, häb se bloß ganz ängstlich ond hintersinnig vor se na g’mutrmlet: „I sag it so, sag aber au it so, no ka koiner saga, i häb so oder so g’sait.“ Aber so a Lättagschwätz bringt au nix.

Spannend wird’s emmer wieder, wenn heut jonge Mädla bei Hochstuba saget, se häbet em Beerakrättale, em Fahrradständer oder uf dr Motorhaub vom Schatz, wenn ma mit deam en kleina Abstecher en Wald gmacht hot, öfters nette Kräuterschtäußla gfonda. Aber woher ... wer woiß?

Doch während dr Fasnet sieht ma zwischa de Bawaldbohle immer wieder so drollige, freundliche Kräuterweibla romsprenga, s’weret emmer meh, mit ihre rotbackige Gsichtla ond em waldfarbena Häs.

Am Aschermiggda isch der Spuk rom, koi Bohle, koi Kräuterweible.
Vielleicht hot dia ratschig Fena scho reacht, wenn se vor dr Fasnet im ganza Flecka vo Haus zu Haus sprengt ond des Gschichtle vo de Bohle ond Weibla auffrischt.
Bloß braucht ma mit dera au koi Mitleid hau, wenn se emmer jomeret: „Es isch afanga nix meh an de Täg“, wias zwölfe glitta hot. Sie isch eaba scho seit acht uf dr Ransch gwea ond ihra Ma wird budelnarret, wenn se noch emmer sait, „i ka au it an jeden Dreck denka“, wenn se s’Mittagessa vergessa hot.

 
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